Markt & Preis

PELLETS Sackware 2016: Test, Vergleich

Qualitätsmängel sind bei Holzpellets-Sackware nicht selten! So der „Öko Test Vergleich 2016“. Der Vergleich offenbart auch unerwartete Qualitätsschwankungen. Unsere Testzusammenfassung zeigt die häufigsten Qualitätmängel auf. Und worauf Ofenbesitzer unbedingt achten sollten. Auch bewertet sie den Test kritisch.

Ich bin seit 16 Jahren im Pelletierungsgeschäft und heize auch meinen Ofen daheim mit unserer Sackware. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass bei unserer Qualität alles stimmt. Unsere Sackware auch überdurchschnittlich preiswert. Zudem erhalten Sie direkt vom Werk auch sicher Holzpellets, die regional in Bayern hergestellt wurden. Armin Högenauer, Produktionsleiter Pelletwerk Dorr-Biomassehof

„Ich bin seit 16 Jahren im Pelletierungsgeschäft und heize auch meinen Ofen daheim mit unserer Sackware. Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass bei unserer Qualität alles stimmt. Unsere Sackware ist auch überdurchschnittlich preiswert. Zudem erhalten Sie direkt vom Werk auch sicher Holzpellets, die regional in Bayern hergestellt wurden.“
Armin Högenauer, Produktionsleiter Pelletwerk Dorr-Biomassehof


Testergebnis „Holzpellet-Sackware 2016“

Sind Gütesiegel verlässlich?

Können sich Ofenheizer auf die am Pelletsack aufgedruckten ENplus- oder DINplus Gütesiegel verlassen? Nicht unbedingt!

Zwei von fünfzehn Anbieter erfüllen nicht die Normen dieser Zertifikate. Das kann zufallsbedingt dem geringen Probenumfang geschuldet sein. Wo es an und für sich gute Zertifikate gibt, schmücken sich wohl auch „schwarze Schafe“ damit.

Insgesamt zeigen sich jedoch trotz einer ENplus- oder DINplus Zertifizierung nicht unerhebliche Qualitätsschwankungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Ofenheizer schlechtere Sackware mit Qualitätsmängeln erwischen, ist nach den Testergebnissen überraschend hoch. Nur bei der Hälfte der getesteten Sackware ist diese auch wirklich einwandfrei!

 

Nur die Hälfte der getesteten Anbieter verkaufte Sackware ohne Qualitätsmangel! Gibt es Qualitätsmängel, dann treten diese eher gehäuft auf. ("Test Holzpellets", Öko Test, 2016, eigene Berechnung)

Nur die Hälfte der getesteten Anbieter verkaufte Sackware ohne Qualitätsmangel! Gibt es Qualitätsmängel, dann treten diese eher gehäuft auf. („Test Holzpellets“, Öko Test, 2016, eigene Berechnung)

 

Mängel im Vergleich: Achtung Versinterungsgefahr bei Sackware!

Welche Mängel treten nun häufiger auf? Die Untersuchung von Öko Test zeigt deutlich den „blinden Fleck“ der bestehenden ENplus- und DINplus-Zertifizierung. Zusätzlich zu den Normen überprüft das Verbrauchermagazin auch eine „möglichst einheitliche Längenverteilung“ der Holzpellets.

Hier ist 40 Prozent des untersuchten Sackwaren-Angebots problematisch. Auch kommen die Mängel „relativ hoher Feinanteil“ sowie „schlechtes bis sehr schlechtes Ascheschmelzverhalten“ relativ häufig vor.

 

Als "mangelhaft" wurde im Test auch ein Aschegehalt, ein Ascheschmelzverhalten sowie ein Feinanteil im unteren Normbereich erachtet. Die Längenverteilung von Holzpellets ist für die ENplus- und DINplus- Prüfung kein Normkriterium und wurde extra untersucht. (Öko Test, "Test Holzpellets 2016", eigene Berechnung)

Als „mangelhaft“ wurde im Test auch ein Aschegehalt, ein Ascheschmelzverhalten sowie ein Feinanteil im unteren Normbereich erachtet. Die Längenverteilung von Holzpellets ist für die ENplus- und DINplus- Prüfung kein Normkriterium und wurde extra untersucht.
(„Test Holzpellets 2016“, Öko Test, eigene Berechnung)

 

Offenbar führen wohl auch bei Sackware viele kurzstückige Pellets zu dem verbreiteten Qualitätsproblem einer ungünstige Längenverteilung. Viele kurzstückige Pellets verdichten im Verbund mit einem relativ hohen Feinanteil im Ofen das Glutbett, was die Asche im Ofen zum Schmelzen bringt. Die geschmolzene Asche verklumpt dann zu einer harten Schicht, die den Brennteller zusetzt.

Im Testlabor werden die Versinterungsrisiken „schlechtes Ascheschmelzverhalten“, „schlechte Längenverteilung“ und „hoher Feinanteil“ unter Prüfungsbedingen getrennt ermittelt. Eine Versinterungsgefahr besteht insbesondere dann, wenn diese Eigenschaften im Ofen „zusammenkommen“ und sich verstärken. Wie das genau passiert, lesen Sie in diesem Artikel.

 

Woher bitte? Herkunft der Pellets-Sackware.

Woher stammen nun die untersuchten Holzpellets? Der Test deutet wohl auch sehr deutlich darauf hin, dass im Jahr 2016 bei Pellet-Sackware die Internationalisierung im Handel weit fortgeschritten ist. Und die Pellets in den Säcken nicht mehr unbedingt aus Deutschland kommen.

Hier zeigen sich die Tester des Verbrauchermagazins wohl selbst überrascht, als sie „nur mal“ beim Brennstoffhändler, im Internet oder im Baumarkt marktübliche Sackware einkauften: „Nach dem Einkauf stellten wir fest, dass nicht alle Pellets aus Deutschland stammen, denn einige der Hersteller sind in Polen, Tschechien und Litauen zertifiziert“ (ebd., 2016).

Vor allem die größeren Handelsmarken bieten eine Ware an, die teils aus dem Ausland teils aus Deutschland stammte. Wir haben, soweit es überhaupt ging, bei den getesteten Anbieter eingehender nachrecherchiert. Es zeigt sich folgendes Herkunftsbild:

 

Hinter der Herkunft steht häufig ein großes Fragezeichen. (Öko Test, "Test Holzpellets 2016", eigene Nachrecherche)

Hinter der Herkunft steht häufig ein großes Fragezeichen. (Öko Test, „Test Holzpellets 2016“, eigene Nachrecherche)

 

Preise und Herkunft im Vergleich

Können sich qualitätsbewusste Ofenheizer am Preis orientieren? Der Vergleich der Preissegmente zeigt, dass bei Pellet-Sackware die Preise kein Maßstab für eine bessere oder schlechter Qualität sind!

Qualitätsmängel gibt es offensichtlich überall. Günstigere Sackware ist nicht unbedingt schlechter als mittelpreisige. Auffallend schlecht erweist sich das obere Preissegment.

Vergleich der durchschnittlichen Qualitätsmängel nach Preissegmenten. Sackware mit höherem Preis ist nicht besser als günstige! ("Test Holzpellets", Öko Test, 2016, eigene Berechnung)

Vergleich der durchschnittlichen Qualitätsmängel nach Preissegmenten. Sackware mit höherem Preis ist nicht besser als günstige! („Test Holzpellets“, Öko Test, 2016, eigene Berechnung)

 

Generell ergeben die Testergebnisse auch keinen Hinweis, dass „ausländische“ Sackware unbedingt schlechter ist als „heimische“. Problemtisch sind hier offensichtlich die Anbieter, bei denen die Pelletherkunft unklar ist.

Vergleich der durchschnittlichen Qualitätsmängel bei Sackware nach Herkunft. ("Test Holzpellets", Öko Test, 2016, eigene Berechnung)

Vergleich der durchschnittlichen Qualitätsmängel bei Sackware nach Herkunft. („Test Holzpellets“, Öko Test, 2016, eigene Berechnung)

 

Übrigens: Unser Pelletwerk liefert deutschlandweit direkt Sackware aus Bayern zu Ihnen nach Hause. Ohne ein Qualitätsproblem und zu einem überdurchschnittlich gutem Preis!

 

 

Zum Test: Kritik und Bewertung

Nachhaltigkeit und CO2 im Handel und in der Herstellung?

Insgesamt präsentiert sich der Testaufbau ganz im Stile der „Stiftung Warentest“ sehr „produktlastig“. Wesentliche Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Pelletherstellung fliesen nicht in die Testbewertung der Sackware ein.

Zwar spricht sich „Öko Test“ in Anlehnung an die Naturschutzverbände dafür aus, dass Pellets aus heimischer Holzwirtschaft stammen sollten. Wenn die Pellets aus dem Ausland kamen oder ihre Herkunft unklar ist, wird das jedoch nicht als Mangel bewertet. Obwohl „möglicherweise lange Transportwege und ein weniger schonender Umgang mit den Wäldern die CO2-Bilanz verschlechtern.“ (ebd. 2016)

Auch kein Wort über problematische Marktkonzentrationen und Verflechtungen, die derzeit auf dem Pelletmarkt geschehen.

Weder gesehen, geschweige denn thematisiert, werden besondere Rahmenbedingungen für Nachhaltigkeit. Wäre z.B. auch Sackware von Dorr-Biomassehof getestet worden, wäre wohl die Unternehmensorganisation glatt unter dem Tisch gefallen. Unser Pelletwerk wird von einer Genossenschaft aus Waldbesitzern und Pelletheizern getragen.

 

Wie aussagefähig ist der Vergleich für den „Pelletmarkt 2016“?

Öko Test untersucht auf dem Markt fünfzehn Anbieter von Holzpellet-Sackware. Darunter bekannte und größere Anbieter. Der Vergleich ist in der Januarausgabe 2016 veröffentlicht. Alle Anbieter verkaufen ENplus bzw. DINplus zertifizierte Pellets.

Das Verbrauchermagazin legt Wert darauf, die einzelnen Anbieter von Sackware im Vergleich gegenüberzustellen und zu benoten. Wir haben dagegen die Testergebnisse unter dem Blickwinkel betrachtet, welche Qualitätsmängel besonders häufig vorkommen und entsprechend den Vergleich eigens aufbereitet. Auch um keine urheberrechtlichen Probleme zu bekommen.

Manch ermittelter Prozent- oder Zahlenwert kann wegen des nur geringen Probenumfangs zufallsbedingt nach oben oder unten „verzerrt“ sein, bzw. auf dem Gesamtmarkt durchaus höher oder niedriger liegen. Zumindest lassen sich aber deutliche Trends und Schwachstellen auf dem „Pelletmarkt 2016“ erahnen.

Wenn Sie konkret die untersuchten Hersteller und Anbieter interessiert, können Sie die Öko-Test-Ausgabe 1/2016 bestellen.