mal blöd gefragt

Pellets und Pelletofen bei Hochwasser?

Warum muss die Heizung immer im Keller sein? Und dabei auch noch stehen? Pelletanlagen eröffnen auch Lösungen Brennstoff und Elektronik vorsorglich vor Hochwasser zu schützen. In Ihrem Gastbeitrag zeigt Kerstin Bruns vom Kesselheld einige auf.

Einfach nur gute Pellets-Sackware herzustellen, ist uns zu wenig. Gerne veröffentlichen wir zum Thema Pellets auch Beiträge. Gerade das flexible Einsatzpotenzial von Pelletöfen wird hierzulande gewaltig unterschätzt. Nicht nur beim Hochwasserschutz." Peter Schweinberg, Vorstand Dorr-Biomassehof. Das Pelletwerk liefert direkt und deutschlandweit erstklassige Sackware aus Bayern. Es wird von einer Genossenschaft aus Waldbesitzern und Pelletheizern getragen.

„Einfach nur gute Pellets-Sackware zu verkaufen, ist uns zu wenig. Gerne veröffentlichen wir zum Thema Pellets auch Beiträge. Gerade das flexible Einsatzpotenzial von Pelletöfen wird hierzulande gewaltig unterschätzt. Nicht nur beim Hochwasserschutz.“
Peter Schweinberg, Vorstand Dorr-Biomassehof. Das Pelletwerk liefert direkt und deutschlandweit erstklassige Sackware aus Bayern. Es wird von einer Genossenschaft aus Waldbesitzern und Pelletheizern getragen.

 

Welche Maßnahmen gibt es, um Pelletheizungen vor Hochwasser zu sichern?

von Kerstin Bruns

Pelletkessel an die Wand hängen oder im Wohnraum aufstellen

Pelletheizungen in Flutgebieten sind entweder an der Wand anzubringen oder auch in den oberen Etagen des Hauses, beispielsweise im Wohnbereich, aufzustellen. Hier bieten sich wandhängende Pelletthermen von Herstellern wie Guntamatic oder auch Pelletöfen an.

Pelletlagerung in Gewebesilos und Stahltanks

In Hochwassergebieten können Eigentümer einer Pelletheizung den Brennstoff in Fertiglagern aus Gewebe aufbewahren, um das Aufquellen zu verhindern. Sie können bei einem eintretenden Wasserschaden schnell repariert oder ausgetauscht werden. Damit beschränkt sich der Schaden auf ein geplatztes Pelletlager anstelle größerer Gebäudeschäden im Lagerraum. Zudem können Gewebesilos mit einem gewissen Abstand zum Boden montiert werden, sodass die Pellets bei niedrigen Wasserständen unbeschädigt bleiben. Aber auch Pellettanks aus Stahl, die unterhalb der Erde verbaut werden, sorgen für eine möglichst trockene und sichere Lagerung.

Wer hilft und unterstützt solche Maßnahmen bzw. welche Fördermöglichkeiten gibt es?

Das bayerische Landwirtschaftsministerium engagiert sich z.B. für entsprechende Sicherheitsmaßnahmen bei Pelletheizungen. Dort werden unter dem Projekt “LandSchafftEnergie” kostenlose Beratungen für den Einbau von Pelletheizungen in Hochwassergebieten über eine extra eingerichtete Hotline angeboten.

Im Zuge der verheerenden Hochwasserkatastrophe in Bayern im Jahre 2013 haben auch viele Hersteller von Biomasseheizungen wie Wolf, Buderus, Vaillant, Fröling usw. Soforthilfe- Aktionen in Form von Gutscheinen und Rabatten zur Verfügung gestellt. Daher empfiehlt es sich im Fall eines Hochwassers ensprechende Erkundungen bei diesen anzustellen.

Tipp: Nehmen Sie Kontakt zum BAFA auf. Unter Umständen kann eine Pellet-Ersatzheizung zur Verfügung gestellt werden. Die BAFA- Förderung des Marktanreizprogrammes ist zudem mit den jeweiligen Hochwasserfonds von Bund und Ländern kombinierbar.

Wann lohnt sich die Umrüstung von Öl- auf Pelletheizungen in Flutgebieten?

Obwohl Ölheizkessel auch im Wohnraum montiert werden können, bevorzugen viele Bauherren aufgrund einer im Vergleich zur Gas- oder Pelletheizung stärkeren Geräuschbelastung eine Aufstellung im Heizungskeller. Zudem sollte bedacht werden, dass Öltanks viel Platz benötigen. Aus diesem Grund sind sie bei vielen Heizungbesitzern vorzugsweise in den Kellerräumlichkeiten vorzufinden. Bei einer fehlenden Sicherung können diese Tanks im Falle eines Hochwassers aufschwimmen, erhebliche Schäden anrichten und sogar Rohrleitungen abtrennen. Hinzu kommt, dass der bisher eingebaute Öltank aus statischer Sicht häufig nicht einfach nachgerüstet werden kann, was die Anschaffung eines neuen Sicherheitstanks notwendig macht.

Heizungsbesitzer werden zudem mit baulichen Voraussetzungen konfrontiert. So sind die Entlüftungsleitungen der Heizölbehälter in Hochwassergebieten möglichst weit oben zu verlegen und der Tank muss am Boden verankert oder an Decken und Wänden befestigt werden. Um das Wasser fernzuhalten empfiehlt es sich entsprechende Vorrichtungen an Türen und Fenstern der Aufstellräume zu montieren sowie eine Auftriebssicherheit des Gebäudes sicher zustellen. Diese Auflagen machen die Flutsicherung einer Heizöllagerung im Vergleich zu Pelletheizungen kompliziert und teuer.

Kann eine Etagenheizung mit wasserführenden Pelletöfen die Lösung bei Hochwasser sein?

Ein wasserführender Pelletofen lässt sich flexibel im Wohnraum platzieren und muss nicht im Keller stehen. Außerdem beheizt er nicht nur den Aufstellraum, sondern erzeugt auch Energie, die an den Heizkreislauf abgegeben wird. Gleichzeitig wird warmes Brauchwasser zur Verfügung gestellt. Generell lassen sich Pelletöfen schnell und einfach in das bestehende Heizsystem integrieren. So bieten sich in Hochwassergebieten wasserführende Pelletöfen zur Unterstützung einer Gasetagenheizung an. Letztere kann ebenfalls problemlos in der Küche oder im Wohnzimmer wandhängend eingebaut werden. Für Pelletöfen gibt es vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Förderung in Höhe von 2.000 Euro. Insgesamt lässt sich feshalten, dass wasseführende Pelletöfen aufgrund ihrer Flexibiltät im Bezug auf den Aufstellort und der Pelletlagerung sowie der wirtschaftlichen Betriebweise mit umweltfreundlichen Pellets eine gute Lösung in Hochwassergebieten darstellen können.